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Das du (oder das Du?) ist eine raffinierte Erfindung Der Göttin. Es zeigt in Vollendung die Inexistenz des Existenten und die Existenz des Inexistenten und obendrein die Halbexistenz des Inexistenten im Bezug auf seine Existenzwahrnehmung und die Halbinexistenz des Existenten im Bezug auf seine Inexistenzwahrnehmung. Denn niemand ist du, da jeder ich ist oder niemand und nichts ist du, da alles etwas oder, in den allermeisten Fällen nichts ist.

AuswegBearbeiten

Es tut ganz und gar nicht Not, einen Ausweg aus diesem vermeintlichen Dilemma zu finden, da das Dilemma selbst den Ausweg ausbildet und ein Ausweg aneristischer Natur das Dilemma selbst wäre. Denn im Allgemeinen löst nur der Widerspruch ein Konzept auf, das falsch und mithin wahr ist, da dies gerade den Widerspruch entfaltet, der es hernach auflösen wird. In Unwahrheit illustriert du (oder illustrierst du) allein das diskordische Catma der 55 Ebenen:

Jeder, zumal die im aneristischen Dunstkreis Gefangenen, lebt in einer Ebene, derer aber insgesamt 55 (zumindest 57, höchstens aber DUPDUP) bestehen. Manche leben in zweien, andre in dreien, nur die Heiligen in Fünfen, die Narren in sieben, die Phantasten in Fünfundzwanzig. Und siehe da: Jede Ebene ist wahr und —oh— falsch. Wenn wir jedoch die andern Ebenen erklimmen, finden wir Begriffe und ihr Schatten ist voll, doch ihr Körper ist unsichtbar. Wir laufen ihnen nach, doch fliehen sie unserer verfluchten Suche mit endlich schnellen Schritten. Nur jene trinken sie, die meinen, dass sie wahr wären. Denn sie sehen etwas und nennen es Napfkuchen. Doch die andern sehen es nicht und nennen es nicht, die letzten sehen es und nennen es — Flachs.[1]

— Dick der Dicke

Ich bin Ich und du bist duBearbeiten

Wohl bin ich ich und wohl sind wir wir, doch bist du nicht du, sondern sie und dein Du ist ein Abwasserkanaldeckel, auf dem eine zehnjährige Griechin das Wort Heimweh falsch geschrieben hat. Und wenn sie diesen Deckel dereinst in die Anden wirft, wirst du mit ihm in den Anden weilen und sehen, was die Anden sehen.

Kommunikative Gepflogenheiten und BequemlichkeitenBearbeiten

— Was machst du da gerade?

— Ich beschäftige mich mit mir.

— Ich auch.

»In väterlicher Voraussicht«[2] sahen die großen diskordischen Episkopen, Päpste, Päpstinnen, Polymütter uns Polyväter, Priester, Scharlatane, Prinzessinnen, Kaiserinnen und Heilige Priesterinnen aber davon ab, diese Unwahrheit laut zu verkünden und ordneten an, sie, »wenn denn überhaupt«[3], so nur flüsternd zu proklamieren. In Unwahrheit wollte freilich niemand auf das du verzichten, doch in unbeschreiblichem Gehorsam verbreiteten alle erisischen Legionäre, Jünger, Jüngerinnen und Sympathisanten die Kunde von der Inexistenz des existenten du, das denn auch nicht verschwand.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Dicke, D.: »Schau Mal, was ich vergessen habe!«, in: Unbeschreibliches und Langweiliges. Von den südbaskischen Papstgroupies bis zum schaffensmüden Goot. Zwolle: Dagspecht 3155, S. 2965-2969.
  2. Homepage des Wattikan
  3. Zitat frei erfunden