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Christliche Messfeiern sind dunkle und mysteriöse Riten, die etwa bei der evangelischen oder katholischen Kabale vorkommen. Eine typische Messfeier besteht aus einer Vielzahl grotesker und unverständlicher Bilder, Symbole und einem ausgedehnten (wenngleich mitutner antiquierten) Unterhaltungsteil, der weitenteils auch mit dem Ritus ineinanderfällt.

UrsprungBearbeiten

Renommierte Wissenschafter sind sich uneinig, ob die Riten von alten Kulturen und Mythen vererbt[1] oder unmittelbar von Der Göttin inspiriert sind. Einhellig verworfen wird allein die These, der Ritus könne von einem »christlichen Gott« initiiert, inspiriert oder anders beeinflusst worden sein, da der (wohl im Spaß) angerufene »Gott« auf Bitten und Gebete überhaupt nicht reagiert, während das Wirken der hehren Έρις unleugbar und mit absoluter Evidenz erkannt werden kann. (Allerdings gibt es auch vollkommen gegenteilige Berichte, die vor der verheerenden Wirkung von unbedachten Gebeten erzählen, vgl. PRINCIPIA DISCORDIA, S. 12.)

Haltung der Diskordier zu christlichen MessfeiernBearbeiten

Erisianer stehen den christlichen Messfeiern teils aufgeschlossen, teils ablehnend, teils enthusiastisch bejahend, teils entschieden bekämpfend, teils indifferent und teils belächelnd gegenüber. Weniger einig ist man sich allerdings, was eine mögliche Eingliederung dieser Riten in den Großen (diskordischen) Ritus anbelangt: Fast alle unwesentlichen Päpste und Episkopen bestätigten »die Zugehörigkeit pseudo-christlicher Riten wie katholische oder methodistische Messfeiern, die Verfremdung, Irrsinn, Unverständnis und mithin Chaos feiern zum großen Kanon des Messkatalogs Inneres Sonnensystem[2] Diese grundsätzlich positive, im Detail aber negative und, letztendlich, positive da neutrale Einschätzung folgt der typischen Mohnnuss-Argumentation. Christliche Messfeiern seien ein Romantischer Zirkus und dadurch positiv besetzt. Es gebe in hinreichender Anzahl Zeremonien, die positive Trips einleiten oder zumindest für Unterhaltung und Verfremden sorgen können.

Wir haben es hier mit einem wunderlichen Romantischen Zirkus zu tun, der, ohne Eintritt zu verlangen, eine Vielzahl von Erfrischungen und magischen Verwandlungen anbietet. Es werden spannende und philosophisch ansprechende Geschichten vorgelesen und Diskurse gehalten, hübsche Lieder gesungen; Wein wird herumgereicht und verkostet, Brot wird verzehrt, oft duftet exotischer Weihrauch. Das Stämmen des Weinbechers dürfte eine Art ironische Verklärung des Weltlichen sein, in die wir uns verträumt stürzen dürfen. Kurzum: Solche Feiern machen Spaß und widersprechen unserer Lehre.[3]

— Aussendung der Erisischen Kabale des Magischen Feigenkaktusses

Ordnung und ChaoBearbeiten

Trotz der allgemeinen Uneinigkeit verbleiben noch zahlreiche Diskussionspunkte im Zusammenspiel von Diskordianismus und christlichen Messfeiern. Manche Diskordier finden die faschistoide Ordnungswut der Zeremonienmeister aneristisch und verwerflich. Andere finden die Verwerflichkeit des Umstandes erbaulich und erfreuen sich daran. Andere (etwa der Kleinweise Episkop der Kabale-und-Liebe-Kabale Anonymous V.) entgegnen, dass bei modernen Geistlichen, sowohl was die Zeremonien als auch die von ihnen vertretenen Thesen anbelangt, eine löbliche Neigung zur Anarchie festzustellen sei. Weitere erisianische Theoretiker bringen diesen »brummenden Kampf«[4] gegen den Antimodernisteneid (hier der Text) in Zusammenhang mit der diskordischen Unterwanderung der katholischen Kirche. Allgemein als glaubwürdiger eingestuft wird indes die These, Pius X. sei ein Diskordier gewesen und habe diesen Eid erfunden, um die Kirche noch weiter in Widersprüche zu verwickeln und sie zu erisieren. Andere Erisianer der von weiteren Erisianern als dem Graugesicht huldigend eingestuften Kabale des Empirismus und der Gründlichkeit werfen dieser Argumentation »Kurzsichtigkeit«[5] und »Verkennung historistischer Entwicklungen und Verhältnismäßigkeiten«[6] vor.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vgl. Online-Ausgabe Der Theologe (25.)
  2. Dubiosus V.: Apostolisches Dekret Ignoramus. Psaroupoula: Heilige Päpstliche Verlagsunstalt 3065, S. 25.
  3. WADEMF (795, S. 6748).
  4. Frei erfunden
  5. Kabale des Empirismus und der Gründlichkeit: Unser Kater Hismus, Berlin-Nord: Nordiverlag 3100, S. 1775.
  6. Ebd.